Eine der grössten Herausforderungen für unabhängige Musiker und Musikerinnen ist nicht, eine gute Show zu bieten, sondern die komplexen Strukturen des Musikbusiness. Heute hörte ich die Geschichte einer Band, deren Vertriebspartner das aktuelle Album nicht nur wie abgemacht in die Shops brachte, sondern auch ohne vertragliche Basis in die Download-Shops gab. Die Band arbeitete digital mit anderen Vertriebskanälen und so gab es Stress, denn es handelte sich hier um die Verletzung der Eigentumsrechte an den Tonaufnahmen ...
Es ist unerlässlich, dass unabhängige Musikschaffende Verträge mit Dienstleistungspartner gut lesen. Seriöse Verträge sind detailliert ausgeschafft und regeln genau, was mit den Musikproduktionen der Band passiert: Welche CD Shops beliefert werden, welche online CD Shops, ob über Phononet oder direkt vertrieben wird, wieviele CDs für die Promotion durch die Vertriebsmitarbeiter benötigt werden, ob der digitale Vertrieb inbegriffen ist und wenn ja, dann sollte es dazu einen separaten Lizenzvertrag geben, denn aufgrund der internationalen Auslieferung ist hier die Lizenzierung genau zu regeln.
In jedem Fall behält die Band (eine Person ist stellvertretend der Lizenzgeber) immer die Rechte an den Tonaufnahmen und vergibt mit der Lizenz nur das Nutzungsrecht an den Produktionen. Daher ist auch zu regeln, dass das Album an Konzerten, über die eigene Web Site etc. von der Band selbst verkauft werden kann usw. Verträge und Vereinbarungen sind langweilig und trocken, aber unbedingt notwendig, denn auch so manche bekannte Band hat schon jahrelang im Gerichtssaal gesessen.
Bei Fragen empfehle ich dringend, erst bei den verschiedenen Verbänden der Musikindustrie Rat einzuholen (siehe Liste Verbände & Institutionen auf music.ch). Oder auch bei g r media, wenn es um das Thema digitaler Vertrieb geht. Die SUISA ist allerdings nicht für Angelegenheiten rund um Tonaufnahmen zuständig (das wäre die IFPI).