Donnerstag, 12. November 2009

Onlinemarketing-Begriffe: Ein Glossar

Als Selbstvermarkter stösst der Musikschaffende immer wieder auf Fachbegriffe aus der (Online) Werbewelt. Die zum 1.10.2009 gegründete Schweizer » Repräsentanz des Interactive Advertising Bureau IAB - einem Organ zur Stärkung und Weiterentwicklung der Onlinebranche - führt auf der Web Site ein umfassendes » Glossar. Von "Behavioral Targeting" bis "Tandem Ad" sind viele Fachbegriffe verständlich erläutert. Nebenbei lohnt es sich natürlich über die Aufgaben des IAB Schweiz zu lesen.

Mittwoch, 11. November 2009

the Virtual CD - Neuer Vertriebsstandard?

Seit etwas über einem Jahr betreibt das New Yorker Unternehmen The Virtual CD, LLC, die gleichnamige Plattform. Im Prinzip ist es immer eine gute Idee, alle Komponenten einer physischen CD in einem Profil in einer Community abzubilden, also Songs, Booklet-Seiten, Video, Bio, Lyrics, Credits und Referenzen, Verkaufs- und andere Links, Photos etc. Man erhält Code um die virtuelle CD in die eigene Web Site und Social Networks zu stellen, usw. Das spart Kosten und ist umweltfreundlich, da keine CDs mehr gepresst werden.

Dafür verlangt Virtual CD eine Gebühr von US$ 99.00 ...? Das finde ich happig, denn wo bitte ist der Mehrwert gegenüber z.B. einem MySpace-Profil, das sich mit etwas Geschick und noch dazu kostenlos meinem Band-Image anpassen lässt, in einer riesengrosse Community steht, man einen Blog schreiben kann, Bulletins verschicken kann, einen Gig-Kalender führt, usw. Ich denke, diesem selbsternannten neuen Vertriebsstandard fehlt es noch es bizzeli an Konzept.

Der Künstler ist der Letzte, dem das Geld aus der Tasche gezogen wird, denn ohne Künstler gäbe es gar keine Musik!

Dienstag, 3. November 2009

Zoff vermeiden mit detaillierten Verträgen

Eine der grössten Herausforderungen für unabhängige Musiker und Musikerinnen ist nicht, eine gute Show zu bieten, sondern die komplexen Strukturen des Musikbusiness. Heute hörte ich die Geschichte einer Band, deren Vertriebspartner das aktuelle Album nicht nur wie abgemacht in die Shops brachte, sondern auch ohne vertragliche Basis in die Download-Shops gab. Die Band arbeitete digital mit anderen Vertriebskanälen und so gab es Stress, denn es handelte sich hier um die Verletzung der Eigentumsrechte an den Tonaufnahmen ...

Es ist unerlässlich, dass unabhängige Musikschaffende Verträge mit Dienstleistungspartner gut lesen. Seriöse Verträge sind detailliert ausgeschafft und regeln genau, was mit den Musikproduktionen der Band passiert: Welche CD Shops beliefert werden, welche online CD Shops, ob über Phononet oder direkt vertrieben wird, wieviele CDs für die Promotion durch die Vertriebsmitarbeiter benötigt werden, ob der digitale Vertrieb inbegriffen ist und wenn ja, dann sollte es dazu einen separaten Lizenzvertrag geben, denn aufgrund der internationalen Auslieferung ist hier die Lizenzierung genau zu regeln.

In jedem Fall behält die Band (eine Person ist stellvertretend der Lizenzgeber) immer die Rechte an den Tonaufnahmen und vergibt mit der Lizenz nur das Nutzungsrecht an den Produktionen. Daher ist auch zu regeln, dass das Album an Konzerten, über die eigene Web Site etc. von der Band selbst verkauft werden kann usw. Verträge und Vereinbarungen sind langweilig und trocken, aber unbedingt notwendig, denn auch so manche bekannte Band hat schon jahrelang im Gerichtssaal gesessen.

Bei Fragen empfehle ich dringend, erst bei den verschiedenen Verbänden der Musikindustrie Rat einzuholen (siehe Liste Verbände & Institutionen auf music.ch). Oder auch bei g r media, wenn es um das Thema digitaler Vertrieb geht. Die SUISA ist allerdings nicht für Angelegenheiten rund um Tonaufnahmen zuständig (das wäre die IFPI).

Montag, 2. November 2009

Neues CH+ Volksmusikportal

Basierend auf dem Konzept von mx3.ch, haben nun auch die Volksmusiker der (Deutsch?)Schweiz mit vxm.ch ihre Plattform. Unter dem Dach der SRG SSR idée suisse betreiben DRS Musikwelle, RSR la Première, Rete Uno und Radio Rumantsch diese Plattform, auf der sich neben den Musikern und Musikerinnen auch Fans, Veranstalter und Labels zeigen können, "um auf die Suche nach helvetischem Schaffen zu gehen." Reinhören und sich wohl fühlen.

Donnerstag, 29. Oktober 2009

Neues Musiksuche-Tool von Google: OneBox

Vorerst nur in den USA, nimmt Google mit dem Musicsearch-Tool OneBox seinen Rivalen Yahoo ins Visier, und integriert in die Suchergebnisse nun auch Musik. Die Songs können sofort gestreamt oder auch im Download gekauft werden. Die musikalischen Daten kommen dabei von Lala, iLike (letzterer gehört jetzt MySpace) und gracenote.

Lala bietet 7 Millionen Songs an zu $ 0.10 pro Stream, während iLike Playlists und Musikempfehlungen austauscht und auf Facebook und in Bebo weit verbreitet ist. Gracenote steuert die Lyrics dazu, um bei der Suche auch die Songtexte zu berücksichtigen. OneBox möchte dabei auch bei der Entdeckung neuer Musik helfen, und vernetzt dazu weiter zu Anbietern wie Pandora, imeem und Rhapsody.

Sicher trägt OneBox -so es denn aus den USA in Planet Google überschwappt- dazu bei, Musik sicht- und hörbarer zu machen. Jedoch ist die Suche auf Künstlername, Album-und Songname beschränkt, wenn man mal von der Volltextsuche in den Lyrics absieht. Ich bezweifle allerdings, dass sich mit OneBox wirklich neue Musik entdecken lässt, denn der Surfer sucht ja nach etwas, was er bereits kennt. Lassen wir uns überraschen.